Unsere Geschichte

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  • 1916 – 1927
  • 1928 – 1941
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  • 1916 – 1927

    Bei dem Treffen einer Gruppe von Deutschen im Jahr 1916 in der Lindauer Bäckerei am Treze- de- Maio-Platz entstand die Idee, einen Deutschen Schulverein zu gründen. So wollten sie ihren Kindern eine Schule bieten, in der diese auf Deutsch lesen und schreiben lernen und eine deutsche Ausbildung erhalten konnten. Am gleichen Tag wurde ein provisorischer Vorstand ernannt.

    Die Schule entwickelte sich schnell und hatte bald 41 Schüler. Der Unterricht begann am 1. Mai 1916. Mit dem Kriegseintritt Brasiliens in den Ersten Weltkrieg, 1917, wurde die Schule geschlossen und vier Jahre später, 1921, mit 15 Schülern wieder eröffnet. Bis 1927 stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf 60.

  • 1928 – 1941

    Aufgrund der anwachsenden Schülerschaft schenkte Heinrich Grassmann der Gesellschaft 1927 ein Grundstück in der Ladeira da Matriz, 204, und finanzierte auch den Bau des ersten Gebäudes auf eigenem Grund. Im darauffolgenden Jahr wurde das angrenzende Grundstück erworben, wodurch eine Gesamtfläche von 1.700m² entstand. Im Jahr 1931 hatte die Schule 100 Schülerinnen und Schüler in acht verschiedenen Klassen und entwickelte sich zum Zentrum aller kulturellen Aktivitäten der deutschen Kolonie in Santo Amaro.

  • 1942 – 1945

    Mit der Teilnahme Brasiliens am Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1942, wurden die Türen der Schule wieder geschlossen und das gesamte Vermögen des Schulvereins von der Regierung beschlagnahmt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs existierte der Deutsche Schulverein praktisch nicht mehr. Sein Besitz stand unter der Obhut einer Treuhänderin, der ehemaligen Portugiesisch- Lehrerin Dona Carlota. Die Grundstücke und Gebäude wurden für unterschiedliche Zwecke genutzt, unter anderem für die Ausbildung von Wehrpflichtigen der Armee, ebenso fanden aber auch Nähkurse für Mädchen statt. Nach Kriegsende, 1945, begann ein mehr als zehn Jahre dauernder Rechtsstreit.

  • 1955 – 1969

    Im Jahr 1955 wurde das Anwesen an die Sociedade Escolar Barão do Rio Branco zurückgegeben, leider in einem beklagenswerten Zustand. Nach einer großen Renovierung wurde der Schulbetrieb im Jahr 1957 wieder aufgenommen. Im Jahr 1958 begann das 5. Schuljahr und die Schule hatte 150 Schülerinnen und Schüler. Ohne die Hilfe von Dritten wuchs die kleine Schule mit der Unterstützung der Eltern, die an der Ausbildung ihrer Kinder interessiert waren. Im Jahr 1959 besuchten 210 Schülerinnen und Schüler die Schule, 11 Lehrerinnen und Lehrer unterrichteten in sieben Klassenräumen.

    In diesem Jahr erhielt die Schule von der Regierung die Genehmigung, die Grundschule und den Aufnahmekurs um eine gymnasiale Stufe zu erweitern. Die Schule Barão do Rio Branco wurde in Humboldt-Gymnasium umbenannt, zu Ehren der Brüder Alexander (Naturwissenschaftler) und Wilhelm (Humanist) von Humboldt. Mit der Einführung der Oberstufe im Jahr 1966 wurde es in Colégio Humboldt umbenannt. Die Schule hatte ihr Ziel erreicht und ihren Platz in der Gesellschaft gefunden.

  • 1970 – 1979

    Mit großem Einsatz und einer Spendenaktion unter allen Eltern und deutschen Firmen in São Paulo konnten weitere 2.597m² erworben werden. Erstmals unterstützte die Bundesrepublik Deutschland die Finanzierung von Neubauten. Im Jahr 1979 wurden kommerzielle Klassen eingeführt.

    Nach Abschluss der 8. Klasse konnten die Schülerinnen und Schüler diese Kurse wählen und waren durch Bestehen des brasilianischen Vestibular- Oberschulabschluss zum Beginn eines Hochschulstudiums berechtigt. Zu dieser Zeit unterrichteten 75 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule, sieben aus Deutschland und einer aus Österreich.

  • 1980 – 1995

    Die berufliche Bildung auf einem Niveau nach dem Bestehen der Mittleren Reife wurden 1982 eingeführt und bilden heute die Duale Berufsausbildung. Im März 1983 wurde das neue Gebäude eingeweiht, in dem 18 Klassenräume, Modelllabore, einen Kunstraum, eine Bibliothek und eine Aula für 240 Personen zur Verfügung standen. Der Ausbau der Schule setzte sich bis 1986 fort.

    1987 beschlossen die Mitglieder des Schulvereins, der Sociedade Escolar Barão do Rio Branco, das Zentrum von Santo Amaro zu verlassen und einen Standort in einer ruhigeren Gegend zu suchen. Ein 49.000m² großes Grundstück in der Rua Zike Tuma wurde gefunden. 1989 kam ein Nachbargrundstück mit 8.000m² hinzu und 1990 ein weiteres Grundstück mit 3.000m². So umfasste das Grundstück für den Neubau der Räumlichkeiten des zukünftigen, neuen Colégio Humboldt insgesamt 60.000m².

    Nachdem die Planungen für den Neubau des Schulgebäudes abgeschlossen waren, wurde das Procedere zur Beantragung eines Bauzuschusses von der Bundesrepublik Deutschland eingeleitet. Im Jahr 1992 wurde der Antrag eingereicht und an die unterschiedlichen Vorschriften von deutscher und brasilianischer Seite angepasst. Erst im Jahr 1995 konnte der Planungsprozess abgeschlossen werden und wurde von den entsprechenden Behörden beider Länder genehmigt. Aufgrund des zunehmenden Verfalls des Stadtviertels an der Zike- Tuma- Straße beschloss der Vorstand des Schulvereins, ein anderes Grundstück zu suchen, das in Interlagos mit 61.000m² gefunden werden konnte.

  • 1996 – 1999

    Die gesamte Planung wurde an das neue Grundstück angepasst und mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland konnte 1998 mit dem Bau begonnen werden. Im September 1999 hatten die Klassen ihren ersten Schultag in den neuen Räumlichkeiten. Sie fanden reichlich Platz und moderne Gebäude vor.

  • 2000 – 2002

    Im Jahr 2002 konzentrierten sich die pädagogisch- bildenden Unterrichtsprojekte im Fach Kunst auf die künstlerische Gestaltung des Neubaus. Die 4. Klasse fertigte einen Wandteppich an, die 6. und 7. Klasse entwickelten ein System der Erkennungssymbole für die neuen Räume, die 8. Klasse bemalte Fliesen für die Cafeteria und die Abiturienten gestalteten ein Mobile, das im Theaterfoyer aufgestellt wurde.

  • 2003 – 2005

    Das Humboldt-Theater wurde im März 2003 eingeweiht und bietet seitdem in seinem Kulturprogramm neben den zahlreichen und interessanten theatralischen, musikalischen und künstlerischen Aktivitäten, die von den Schülerinnen und Schülern vorbereitet werden, auch Raum für Abschlussfeiern, Treffen mit den Eltern usw. und daneben auch ein systematisches Programm für Kinder und Jugendliche aus der breiten Öffentlichkeit. Der Theaterraum kann auch für externe Veranstaltungen angemietet werden. Nach der Fertigstellung des Humboldt-Theaters richtete sich die Aufmerksamkeit nun auf die Multisporthalle, deren Bau im Dezember 2003 begann.

    Am 11. Juni 2005 wurde die überdachte Sporthalle mit einer würdevollen Zeremonie unter dem Vorsitz des damaligen Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Brasilien eingeweiht.

  • 2006 – 2010

    Im Jahr 2006 wurde das 90-jährige Bestehen des Colégio Humboldt gefeiert. Es entstanden die symbolischen Figuren Alex (Alexander von Humboldt) und Willi (Wilhelm von Humboldt), die von nun an die Kinder bei der Erforschung der Geschichte der Schule begleiteten; eine vergleichende Zeitleiste der Schulgeschichte, der Geschichte Brasiliens und der Welt; eine Fotoausstellung über die Entwicklung der Schule; ein Fotoworkshop über die Schule zur Herstellung des Kalenders, schließlich der feierliche Abschluss der Feierlichkeiten und die Einweihung der Dauerausstellung „Galerie Memória Humboldt“.

    Im Jahr 2009 war es an der Zeit, das zehnjährige Bestehen des Colégio Humboldt an seiner neuen Adresse in Interlagos zu feiern. Im selben Jahr unterzog sich die Schule der ersten Inspektion durch die deutschen Behörden, die das Colégio Humboldt als Deutsche Exzellenzschule im Ausland zertifizierte.

    Im Jahr 2010 wurden die letzten Arbeiten der ursprünglichen Planung des neuen Colégio Humboldt abgeschlossen. Die lang ersehnten Schwimmbecken, ein Sportbecken im halbolympischen Format und ein Kinderbecken, mit Umkleideräumen, sowie eine Turnhalle und zwei weitere Klassenräume für den Kindergarten konnten der Schulgemeinschaft übergeben werden.

  • 2012 – 2013

    Im Jahr 2012 wurde das EcoHumboldt-Projekt ins Leben gerufen, mit dem Ziel, das Bewusstsein für ökologische und nachhaltige Themen zu schärfen und die Schülerschaft in diesem Bereich zu schulen. Das Thema wurde in allen Jahrgangsstufen bearbeitet, vom Kindergarten bis zu den Oberstufenklassen. Auf dem Schulgelände wurden außerdem Mülleimer aufgestellt, die eine ordnungsgemäße Mülltrennung ermöglichen. Diese Aktivitäten sollen nicht nur dem Recycling dienen, sondern vor allem der Reduzierung und Weiterverwendung von Ressourcen.

    Im Jahr 2013 begann im Colégio Humboldt ein Verkehrserziehungsprogramm, AutoHumboldt, das darauf abzielt, die Schüler zu bewussteren Fußgängern, umsichtigeren Radfahrern und in Zukunft zu besseren Autofahrern zu machen.

  • 2014 – 2015

    Im September 2014 vollendete das Colégio Humboldt sein 15-jähriges Bestehen in der Nachbarschaft von Interlagos. Im selben Jahr wurde das Bili-Projekt (Portugiesisch-Deutsche Curriculare Integration) im Kindergarten I eingeführt. Es war der Beginn des bilingualen Lernens mit zwei Lehrkräften in der Klasse, eine als Referenz für die deutsche Sprache und die andere für Portugiesisch. Auch im Jahr 2014, nach der zweiten BLI- Inspektion durch die deutschen Behörden, erhielt die Schule die Erneuerung des Siegels der Zertifizierung als Deutschen Exzellenzschule im Ausland.

    Der Kindergarten I- Raum wurde am ersten Schultag 2015 übergeben. Das Jahr begann auch mit einem wichtigen Thema von nationalem Interesse – dembewussten Umgang mit der Nutzung von Wasser. Das Thema wurde im Unterricht bearbeitet und die Schülerschaft in den Entscheidungsprozess und die Erarbeitung von Vorschlägen für den richtigen Umgang mit dieser zunehmend knappen Ressource einbezogen.

  • 2016

    Es war das Jahr, in dem die Schule den 100. Jahrestag ihrer Gründung feiern konnte. Das Jahr war geprägt von zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen der Hundertjahrfeier, die unter dem Motto "Roots and Wings" stand und damit das Wesen unserer Schule widerspiegelte.

    Einige der unvergesslichen Momente der Feier waren: Am ersten Schultag trugen während der Versammlung im Palmengarten alle das Gedenk-T-Shirt; die Einweihung der neuen Chemie- und Physiklabore; die Einweihung der Sonnenuhr, gestiftet vom Mitglied des Schulvereins, Fredi Hochheim (Enkel eines der Gründer der Schule); die Einweihung der Fliesentafel und auch die Einführung einer Gedenkmarke und eines Gedenkstempels.

    Der Abend des 2. April war für eine Veranstaltung im Theater mit Behörden und Gästen reserviert, bei der Menschen geehrt wurden, die an der Geschichte des Kollegs mitgeschrieben haben.

    Außerdem fand die Enthüllung der "Roots and Wings"-Skulptur statt und eine neue Zeitkapsel wurde versenkt, die Fotos, Archive und Kopien von Schülerarbeiten enthält und im Jahr 2041 geöffnet werden soll.

  • 2017 – 2018

    Im Laufe der Jahres 2017 bzw. 2018 wurden die Themen "Miteinander" und "Der Unterschied" mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht bearbeitet.

    2017 bekam die Weinstube, die schon immer im Rahmen der Festa Junina stattfand, einen ganz besonderen Tag, an dem die Schulgemeinschaft und Freunde, bedient von Abiturienten und dualen Auszubildenden, eine gemütliche Umgebung, gute Musik sowie mit großer Sorgfalt zubereitete Köstlichkeiten genießen konnten.

    Im Jahr 2018, anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Russland, fand das DaF-Stickeralbum-Projekt, bei dem Teams aus Schüler- und Lehrerschaft gebildet wurden, besondere Beachtung. Das Material bot spezifische pädagogische Aktivitäten entsprechend der Altersgruppe der einzelnen Klassen.

  • 2019

    Das Thema des Jahres war der 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt - einer der Namensgeber der Schule, der als Ethnologe, Anthropologe, Physiker, Geograph, Geologe, Mineraloge, Botaniker, Vulkanologe und Humanist die Grundlagen für Wissenschaften wie Geographie, Geologie, Klimatologie und Ozeanographie gelegt hat. Anhand seines reichen Beitrags zur Menschheit konnten im Unterricht viele Projekte und Aktivitäten mit der Schülerschaft entwickelt werden.

    In diesem Jahr verabschiedete sich der deutsche Schulleiter Burkhard Paul Ost nach sieben Jahren an der Schule, um nach Deutschland zurückzukehren. Neben anderen Projekten zur Förderung der deutschen Kultur führte er im Jahr 2014 die bilinguale Erziehung im BiLi- Projekt ein. Nach dem Ende seiner Vertragszeit begann der neue Deutsche Schulleiter, Detlev Devantié, seine Tätigkeit an der Schule.

  • 2020 – 2021

    Im Jahr 2020 wurde die Welt von der Coronavirus-Pandemie überrascht und erlebte eine bisher unbekannte soziale Isolation.

    Die Schule erfand sich, aufbauend auf einer gut strukturierten Arbeit im Bereich der Bildungstechnologie und auf gemeinsamen Bemühungen von Lehrer- und Schülerschaft, Eltern, Schul- und Verwaltungsleitung und der Koordinationen, neu, passte sich rasch an die neuen Zeiten an und begann mit dem Fernunterricht.

    Neue Formate der virtuellen Kommunikation wurden vorgeschlagen und ausgewertet, basierend auf sorgfältig geplanten Abläufen und einer großen Investition von Ressourcen und Energie in die pädagogische Arbeit.

    Hunderte von Stunden wurden der Planung und der Fortbildung gewidmet. Der Einsatz zahlreicher digitaler Tools nahm schnell Raum ein, wurde strukturiert und stetig ausgebaut. Es gab Tausende von virtuellen Treffen.

    Eine neue Schule wurde in der virtuellen Welt erschaffen, Routinen wurden entwickelt; so wie Schwierigkeiten intensiv erlebt wurden, gab es auch Erfolge und positive Entdeckungen.

    Allen Widrigkeiten zum Trotz war der Höhepunkt dieses Jahres der Bau des „DenkMal Nach", geplant von der Abiturklasse im Rahmen des Wettbewerbs „Erinnern für die Gegenwart", den das Auswärtige Amt für alle 140 deutschen Auslandsschulen ausgeschrieben hatte.

    Im Jahr 2021 wurde unser Denkmal - das in Form einer Sanduhr die Zeit darstellt und einen Übergang zwischen einer "dunklen und düsteren Vergangenheit" (mit der die totalitären Regime in der Vergangenheit repräsentiert werden) und der "Gegenwart", in der die gewünschte Freiheit und Demokratie für die Gegenwart und Zukunft gewährleistet sind, - als einer der Gewinner des Wettbewerbs ausgezeichnet.